Verspricht viel: die Schokolade von My-Choc (Foto: my-choc.com)

Individuelle Schokolade von My-Choc im Test

Verspricht viel: die Schokolade von My-Choc (Foto: my-choc.com)

Verspricht viel: die Schokolade von My-Choc (Bild: my-choc.com)

Jeder Mensch mag andere Schokolade. Diese Tatsache macht sich der Onlineshop My-Choc.com zunutze. Hier lässt sich mit wenigen Klicks die individuelle Traumschokolade kreieren. Klingt vielversprechend? Wir haben getestet, ob sich die Bestellung lohnt.

 

Chocolate, just made for you!

Mit diesem verheißungsvollen Slogan ködert My-Choc seine Kunden. Aus rund 100 verschiedenen Zutaten sind so abertausende Kreationen möglich. Der Slogan entpuppt sich als wahr: Tatsächlich wird jede Schokolade per Hand hergestellt – ganz nach den Wünschen des Kunden. Die Zutaten werden direkt mit flüssiger Schokolade gemixt, nicht bloß zur Dekoration verwendet.

Welche Schokolade genau verwendet wird, bleibt dagegen recht vage. Wählen kann man zwar zwischen weißer, Vollmilch- und Zartbitterschokolade, aber wo die Schokolade genau herkommt bleibt zunächst unklar. In der FAQ ist zunächst von Bio-Schokolade die Rede, an einer anderen Stelle heißt es, die Schokolade käme von einem traditionellen Schokoladenproduzenten.

Der Bestellvorgang beim Schokolade selbst gestalten

Bereits auf der Startseite findet man den Button „Schokolade kreieren“, mit dem sich die Wunschschokolade zusammenstellen lässt. Es öffnet sich ein sehr übersichtlich gestalteter Assistent, bei dem man zunächst die Schokoladenart (wie gesagt Vollmilch/Zartbitter/Weiß) sowie die Form (rund oder quadratisch) und das Gewicht (125g oder 1000g) bestimmen  kann. Auch die Farbe der Verpackung darf man wählen. Für 1,30 Euro lässt sich am Ende sogar eine individuelle Grußkarte dazu buchen.

Sehr übersichtlich: die Bestellung bei My-Choc (Foto: my-choc.com)

Sehr übersichtlich: die Bestellung bei My-Choc (Bild: my-choc.com)

Der eigentlich spannende Teil beginnt mit einem Klick auf „Zutaten wählen“. Zunächst wird man von dem Füllhorn an Zutaten geradezu erschlagen. Unterteilen lassen sich die wählbaren Ingredienzien in Blüten&Blätter, Deko,  Flakes, Flavoured Drops, Früchte, Gewürze, Nüsse, Süßes und Sonstiges. Pro Zutat zahlt man zwischen 0,15 Euro und 1,30 Euro bei einer maximalen Anzahl von fünf Zutaten in einer 125g-Tafel und stolzen 19 Zutaten bei der 1000g-Tafel. Neben ganz traditionellen Zutaten wie Mandeln oder Nougat gibt es vor allem viele ungewöhnliche Möglichkeiten. Zutaten wie Curry, Fenchel, Schnittlauch oder Chips laden zum Experimentieren ein, auch wenn oft die Skepsis überwiegt – schließlich will man ja auch, dass das fertige Produkt schmeckt. Insgesamt muss man My-Choc für die einfache und übersichtliche Benutzerführung  ein Lob aussprechen.

Preis, Bezahlung und Lieferung

Die Versandkosten betragen pro Lieferung 3,90 Euro bzw. mit Expresslieferung 6,90 Euro. Der Grundpreis einer 125g Tafel beläuft sich auf  3,40 Euro, bei der 1000g Tafel aufgrund der größeren benötigten Menge an Zutaten auf 29,90 Euro. Mit Versandkosten kamen wir bei unserer Bestellung (zwei Tafeln à 125g) auf 15 Euro – durchaus happig. Bezahlt werden kann per Vorkasse, Paypal, Sofortüberweisung und (mit zusätzlicher Gebühr) per Nachnahme.

My-Choc gibt die Lieferdauer mit sieben bis 14 Tagen an. In unserem Fall dauerte es von der Bestellung bis zur Zustellung inakzeptable sechs Wochen. Auf Anfrage von Schokonews nach rund drei Wochen sagte man uns, dass ein erhöhter Krankenstand die Herstellung und Auslieferung verzögere. Aber auch der neu genannte Liefertermin wurde um fast zwei Wochen überschritten. Allerdings sei an dieser Stelle angemerkt, dass eine andere Bestellung Anfang des Jahres tatsächlich nach zwei Wochen den Weg zu uns fand. Trotzdem ist eine Lieferzeit von weit über einem Monat nicht zu tolerieren. Dass wir erst nachfragen mussten, um ein weitere Informationen über den Verbleib unserer Bestellung zu kommen, ist ein weiterer Kritikpunkt.

Die Optik

Die Schokoladenverpackung von My-Choc

Die Schokoladenverpackung von My-Choc

Versendet wird die Schokolade von My-Choc in einem großzügigen und sicheren Paket. Im Sommer soll die Schokolade zudem mit Kühlpads verschickt werden, damit sie nicht auf dem Weg zum Kunden schmilzt. Die einzelnen Tafeln sind schick verpackt (die Farbe konnten wir uns ja bei der Bestellung aussuchen), auf der Rückseite gibt es als Beweis für die Individualität ein Zutatenregister mit den von uns bestimmten Inhaltsstoffen. Hier erfährt man auch etwas mehr über die verwendete Schokolade und deren Kakaogehalt, der bei der Vollmilchschokolade bei 38% und bei der Zartbitterschokolade bei 60% liegt (ein höherer Kakaoanteil ist bei Zartbitterschokolade durchaus normal). Auch ohne Verpackung überzeugt die Optik der Schokolade. Am oberen Rand ist in die Schokolade das My-Choc-Logo eingelassen.  Wendet man die Schokolade, kann man deutlich die Ausbuchtungen der gewählten Zutaten erkennen.

Der Geschmack – selbstgemachte Schokolade = gute Schokolade?

 

Die Zutaten sind direkt in die Schokolade eingelassen

Die Zutaten sind direkt in die Schokolade eingelassen

Kommen wir zur wichtigsten Disziplin, dem Geschmack. Die Schokolade selbst ist dabei ausdrücklich zu loben. Besonders die Zartbitterschokolade überzeugte uns mit einem kräftigen, herben aber nicht zu bitteren Kakaogeschmack. Auch die Vollmilchschokolade schmeckte mit einem sehr milchigen Nachgeschmack besser als vergleichbare Supermarktprodukte. Die sonstigen Zutaten überzeugten uns dagegen nicht. Bei Tafel Nummer Eins, Erdbeerdrops und Erdbeerstückchen, konnten wir keinerlei Erdbeergeschmack feststellen – die verwendeten Zutaten schmeckten einfach nach nichts. Bei Proband Nummer Zwei, Birnen-, Melonen-, Ananas- und Pfirsichstückchen, konnten wir zwar den Birnen- und Ananasgeschmack spüren, beides wirkte aber eher künstlich statt fruchtig. Auch die Konsistenz ist zäh. Da ist man fast schon dankbar, dass My-Choc mit den Zutaten geizt und diese nur spärlich in der Schokolade verteilt sind.

Fazit – Wie schneidet Schokolade zum selbst gestalten ab?

Insgesamt ist My-Choc für das Gebotene zu teuer. Mit knapp 15 Euro für zwei Tafeln Schokolade können wir den Dienst leider nur eingeschränkt empfehlen. Die Idee ist toll und auch die Schokolade an sich überzeugt, die Zutaten unserer zwei Testtafeln haben uns dagegen ganz und garnicht begeistern können. Hinzu kommen die (in unserem Fall) lange Lieferzeit und die fehlerhafte Kommunikation. Trotzdem kann My-Choc als kreatives Geschenk (auch Gutscheine lassen sich bei My-Choc erwerben) herhalten. Allein das Basteln rund um die eigene Schokolade macht Spaß. Und wer weiß, vielleicht ist eine Tomaten-Thymian-Fenchel-Chips-Tutti-Frutti-Mix-Schokolade ein völlig neues Geschmackerlebnis, welche das Zeug zur Trendschokolade hat.

Zu My-Choc.com

 

 

 

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