Die drei wichtigsten Schokoladen-Gütesiegel

Gütesiegel und Labels gibt es viele. Doch welche davon sind auf Schokolade zu finden? Welche sind wichtig? Und für was stehen sie? Schokonews zeigt die Top 3 der Schokoladen-Gütesiegel und erklärt ihre Funktion.

Das Fairtrade-Siegel

Das Fairtrade-Siegel ist ein international anerkanntes Label für Lebensmittel aller Art. Die zentrale Funktion ist, zu zeigen, dass Produkte, die das Fairtrade-Siegel erhalten, auch tatsächlich fair gehandelt wurden. Dabei geht es vorrangig um menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Bauern und Arbeiter, aber auch um umweltverträgliche Produktionswege.

Konkret bedeutet das die Zahlung von fairen Löhnen und die Zahlung von Preisen über dem Weltmarktniveau für das Produkt. Transparente, demokratische Strukturen in Verwaltung und Management sind ebenfalls ein Kriterium, genauso wie das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit. Auch der Umwelt- und Naturschutz spielt bei Vergabe des Siegels eine Rolle.

TransFair, die gemeinnützige Non-Profit-Organisation hinter dem Fairtrade-Logo, finanziert sich zu einem Großteil durch die Einnahmen aus Lizenzgebühren. Auch Gebühren von Mitgliedern und verschiedene Institutionen unterstützen TransFair finanziell.

Für Schokolade gelten besondere Standards bei TransFair, da es ein sogenanntes Mischprodukt ist, also aus verschiedenen Inhaltsstoffen besteht. Mindestens 20% der Inhaltsstoffe müssen Fairtrade-zertifiziert sein, allerdings müssen alle Inhaltsstoffe, die es auch als Fairtrade-zertifiziert gibt, auch Fairtrade sein, egal welche Menge im Mischprodukt verwendet wird. Die niedrige Hürde von 20% ist für Lebensmittel vorteilhaft, die viele Inhaltsstoffe verwenden, die es nicht als Fairtrade-Version gibt. Die Schokolade kennt dieses Problem aber nur bedingt und sollte eigentlich nach einem weitaus höhren Prozentsatz verlangen, um als Fairtrade-Schokolade zu gelten. Die hohe Bandbreite, die das Fairtrade-Siegel abdeckt, macht es trotzdem zu einem empfehlenswerten Label, auch wenn Fairtrade in Punkto Transparenz Aufholbedarf hat.

UTZ CERTIFIED utz

Ursprünglich als Kaffee-Label ins Leben gerufen, gibt es das UTZ CERTIFIED-Siegel mittlerweile auch für Tee und Kakao. UTZ geht in einigen Bereichen einen ähnlichen Weg wie Transfair. Auch hier geht es um Umweltschutz und bodenschonenden Anbau und auch hier ist Kinder- und Zwangsarbeit tabu. Ebenso sollen sowohl die Bedingungen für die Arbeiter, als auch deren Löhne verbessert werden.

UTZ sieht sich als ein vom Markt gesteuertes Instrument. Laut eigener Definition ist der Grund dafür der dynamische Weltmarkt. Deswegen bindet sich die UTZ nicht an Mindestpreise, sondern richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Zudem legt UTZ sehr viel Wert auf Transparenz und Kontrolle der Beteiligten am UTZ-zertifizierten Produkt. Das Siegel wird jeweils auf ein Jahr vergeben und auch in dieser Zeit stichprobenartig überprüft.

UTZ ist eine gemeinnützige Organisation. Im Gegensatz zu Fairtrade müssen für das UTZ-Logo keine Gebühren gezahlt werden, was viele Unternehmen begrüßen. In der Vergangenheit geriet UTZ mehrfach in die Kritik, da kein Mindestlohn für die Arbeiter gefordert wird und so Krisen auf dem Weltmarkt auch die Arbeiter vor Ort treffen. Auch die Umweltvorschriften seien bei UTZ oft lascher als bei Fairtrade und Co, so die Kritiker. Zudem ist Ausbeutung nicht vollends ausgeschlossen, da UTZ lediglich fordert, sich an die nationalen Gesetze zu halten. Deswegen haftet UTZ-CERTIFIED der Ruf von „Fairtrade-Light“ an. Der Begriff „UTZ“ stammt übrigens aus der Maya-Sprache und bedeutet „gut“.

Das Bio-Siegel

bioBio-Siegel gibt es je nach Land (teilweise gar nach Bundesland) zuhauf. Seit dem 1. Juli 2010 sollen vorverpackte  Biolebensmittel, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hergestellt wurden, mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden (in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 verpflichtend), was allerdings weitere Bio-Siegel nicht ausschließt und auch die immer noch hohe Popularität des deutschen Bio-Siegels (hier rechts) erklärt.bio2

Zwei Auflagen müssen Lebensmittel, auch Schokolade, erfüllen, um das Bio-Siegel zu bekommen. Höchstens 0,9% der Inhaltsstoffe dürfen gentechnisch verändert sein und 95% müssen aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen.

Kontrolliert wird für das Bio-Siegel mindestens einmal jährlich. Überprüft werden dabei unter anderem artgerechte Tierhaltung, Düngemitteleinsatz, Bodenbearbeitung und Futtermitteleinsatz.

Auch das Bio-Siegel ist immer wieder in der Kritik, oft wegen zu nachlässigen Kriterien. So spielt beispielsweise der Wasserverbrauch bei der Herstellung keine Rolle und auch nicht der gesamte Herstellerbetrieb muss ökologisch sein. Eine Teil-Bewirtschaftung reicht für das Bio-Siegel bereits aus.

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