Hohe Kartellstrafen gegen Ritter Sport, Nestlé, Kraft und Co.

Bildquelle flickr / Eichental)

Will sich wehren: Ritter Sport (Bildquelle: flickr / Eichental)

Das Bundeskartellamt hat gegen elf Unternehmen Kartellstrafen in Höhe von über 60 Millionen Euro verhängt. Das Kartellamt sieht es als erwiesen an, dass die Firmen 2007 an illegalen Preisabsprachen beteiligt waren. Das ebenfalls betroffene in Waldenbuch ansässige Familienunternehmen Ritter Sport kündigte umgehend an, Einspruch gegen den Beschluss einlegen zu wollen.

Der Präsident des Kartellamts, Andreas Mundt, teilte in einer Erklärung mit, dass 2007 die Rohstoffpreise, die für die Schokoladenherstellung benötigt werden, angestiegen waren. „Statt einer unternehmerischen Lösung entschied man sich in dieser Situation für ein illegales Vorgehen.“, so Mundt. Bereits 2008 kam es zu mehreren Razzien bei diversen Süßwarenherstellern.

Besonders treffen die Kartstellstrafen die Kraft Food GmbH (u. a. Milka). Die Firma soll zusammen mit Ritter Sport die Preise für ihre 100g-Tafeln abgesprochen haben, welche darauf sprungartig um 10 bis 15 Cent teurer wurden. Ritter Sport geht in diesem Teil des Verfahrens jedoch straffrei aus, da die Schuld nur mittels eines Kronzeugenantrags von Ritter Sport nachgewiesen werden konnte.

Weitere Strafen gab es gegen Ritter Sport, Mars, Nestlé und Haribo, die ihre Preise in einer Viererrunde aufeinander abgestimmt haben sollen. In diesem Fall wurde eine Strafe von insgesamt 19,5 Millionen Euro verhängt.

Ein weiterer Fall betrifft die Mitglieder des Arbeitskreises Konditionenvereinigung des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie. Hier sollen neben Ritter Sport, Bahlsen, Storck und Katjes noch sechs weitere Firmen beteiligt gewesen sein, die zusammen Preiserhöhungen abgesprochen haben. Das Bußgeld in diesem Vorfall beträgt 19,6 Millionen Euro.

Widerstand gegen Kartellstrafe

Ritter Sport und auch Nestlé wollen nun Einspruch gegen das Vorgehen des Bundeskartellamts einlegen. Ein Nestlé-Sprecher sagte, er sei nicht einverstanden damit, wie das Kartellgesetz in diesem Fall ausgelegt wurde. Ritter Sport ließ verlauten, dass es sich bei dem damaligen Treffen um eine Vertriebskooperation gehandelt habe, die beim Kartellamt angemeldet gewesen sei. Die Wettbewerbsfähigkeit von Ritter Sport sei durch eine so hohe Strafe  bedroht, so Ritter Sport weiter. Beide Unternehmen sind entschlossen, rechtliche Schritte einzuleiten.

 

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