Chocri Schokolade im Test – Lohnt sich die selbstkreierte Wunschschokolade?

Chocriist der wohl größte Hersteller individualisierbarer Schokoladen in Deutschland – spätestens seitdem Ritter Sport 2010 mit einer siebenstelligen Summe bei dem Berliner Unternehmen einstieg. Die selbstkreierte Chocri Schokolade ist jeweils eine von 27 Milliarden. So viele Möglichkeiten gibt es, die über 80 verschiedenen Zutaten zu mischen. Trotzdem oder gerade deswegen wird jede Tafel in Handarbeit angefertigt. Lohnt sich das? Ob die Chocri Schokolade überzeugen kann, klärt unser Test.

Schokolade kreieren!

Die Chocri Schokolade zu ordern ist kinderleicht und macht sogar Spaß. In einem komfortablen Editor wählt man zunächst die Schokolade und die Form aus und mixt danach die gewünschten Zutaten dazu. Besonders schön: Eine Schokolade ist nicht auf eine Schokoladensorte beschränkt. Möchte man beispielsweise eine Chocri Schokolade, die zur Hälfte aus Vollmilch und zur anderen Hälfte aus Zartbitter besteht, ist das kein Problem, allerdings mit einem Aufpreis von einem Euro verbunden. Die Zutaten lassen keine Wünsche offen. Ob Früchte, Gewürze, Nüsse, Extras, Dekore oder Feld & Wiese, jede dieser Kategorien beherbergt dutzende Ingredienzien. Wir vermissten keine einzige Zutat. Auch die eigene Verpackung lässt sich im Anschluss individuell gestalten. Allerdings kostet auch das einen Aufpreis.

 

Nicht billig, aber dafür schnell

Wenn man sich im Editor ordentlich austobt, kommt man schnell auf zehn Euro – pro Tafel Chocri Schokolade. Wenn man sich mit den Zutaten und Sonderwünschen zurückhält, landet man bei ungefähr fünf Euro. Zehn Euro ist auch gleichzeitig der Mindestbestellwert bei Chocri, unter 30 Euro fallen zusätzlich noch Versandkosten von mindestens 3,90 Euro an.

Preislich befindet sich die Chocri Schokolade damit auf einem gehobenen Niveau. Lediglich die B-Ware für 1,90 Euro pro Tafel ist preislich im Rahmen. Teuer sind auch die Pralinen von Chocri. Diese lassen sich ebenfalls individuell gestalten. Unser Test beschäftigt sich aber ausschließlich mit der individuellen Schokolade, die es unter anderem auch im Abo gibt. So kostet das Chococrioholic Abo 109 Euro. Es beinhaltet zwölf Lieferungen à zwei Tafeln Chocri Schokolade.

Überzeugen konnte uns die Lieferzeit. Drei Tage nach der Bestellung kam die Chocri Schokolade schon an. In wärmen Jahreszeiten verschickt Chocri seine Schokolade übrigens mit Kühlakkus.

 

Wie schmeckt Chocri Schokolade?

Hübsch anzuschauen - leider aber mit Bruch

Hübsch anzuschauen – leider aber mit Bruch

Optisch macht die selbst gemachte Schokolade einiges her. Die Verpackung wirkt edel. Die Zutaten sind auf der Schokolade verteilt und nicht in die Schokolade eingearbeitet, was die Individualität sofort zur Geltung bringt. In unserem Fall gab es trotzdem zwei Probleme. Leider war eine unserer Tafeln in der Mitte gebrochen. Außerdem klebte das von uns dazu bestellte Echtgoldpulver zu einem Großteil an der Verpackung. Die restlichen Zutaten verteilten sich gleichmäßig auf der Schokolade. Gut: Chocri hat nicht an der Menge gegeizt. Jede Zutat wurde ausreichend oft verwendet. Das führt allerdings auch dazu, dass die Chocri Schokolade bei sechs Zutaten etwas überladen wirkt.

Geschmacklich bewegt sich die Schokolade auf einem guten Niveau. Sowohl die Vollmilch-, als auch die weiße Schokolade brauchen sich nicht zu verstecken und schmecken auch nicht zu süß. Gleiches gilt für die Karamellschokolade. Die Zartbitterschokolade hatten wir nicht im Test.

Auch die Herzform ist wählbar, inklusive Herzdose

Auch die Herzform ist wählbar, inklusive Herzdose

Dass die Zutaten im Gegensatz zu My-Choc auf den Schokoladen verteilt sind, entpuppt sich als geschickter Schachzug. So hat man es hier nicht mit durchgeweichten, von der Konsistenz nicht klar definierbaren Stückchen zu tun. Die Zutaten behalten alle ihren Geschmack und auch ihre Form.  Auch die Qualität der einzelnen Zutaten stimmt insgesamt, erscheint uns aber gemessen an dem Einzelpreis trotzdem als etwas zu niedrig. So sind beispielsweise die Erdbeerstückchen zu künstlich und zu süß.

Das Gesamtwerk ist dennoch eine erstaunlich stimmige, gut schmeckende Schokolade. Geschmacklich zeigt der Daumen also durchaus nach oben.

 

Das Chocri-Versprechen

Das Chocri-Versprechen

Chocri und die Nachhaltigkeit

Man muss Chocri zugute halten, dass hier durchaus versucht wird, mit dem Thema Schokolade verantwortungsvoll umzugehen. Das fängt bei dem UTZ-Logo an und geht weiter mit Chocris Versprechen, dass die Schokolade aus nachhaltigem Anbau stammt und komplett CO2-frei ist. Fraglich ist allerdings, wie eine komplett CO2-freie Schokolade hergestellt werden soll. Allein der Transport dürfte jede Menge CO2 freisetzen. Besonders vorbildlich ist jedoch die durchgehende Spendenaktion von Chocri. Fünf Prozent des Gewinns spendet Chocri an DIV-Kinder, eine Hilfsorganisation, die sich um Straßen- und Waisenkinder an der Elfenbeinküste, dem weltweit größten Kakaoproduzenten, kümmert.

 

Chocri – das Fazit

Chocrimacht gute, aber keine herausragende Schokolade. Die Kreationen und Möglichkeiten sind originell und schön anzuschauen. Chocri verlässt im Vergleich mit My-Choc den Platz als Sieger. Trotzdem können wir Chocri für den regelmäßigen Konsum nicht empfehlen. Schuld ist das schlechte Preis-Leistungs-Verhältnis. Für dasselbe Geld gibt es deutlich bessere Schokoladen. Chocri ist trotzdem eine tolle Geschenkidee, bei der man außerdem Schokolade kaufen kann, ohne ein allzu schlechtes Gewissen zu haben.

 

Zu Chocri

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