Heute startet die Faire Woche 2013!

Fair Trade und Schokolade: Inhalte, Konsum und Sorten

Heute startet  die Faire Woche 2013!

Heute startet die Faire Woche 2013!

Heute startet die Faire Woche 2013. Grund genug, sich einmal anzusehen was Fair Trade und Schokolade miteinander zu tun haben, wofür fairer Handel steht und warum wir auf das Label beim Schokoladenkauf achten sollten.

Vor einiger Zeit hat euch Till bereits drei Gütesiegel vorgestellt, die man häufig auf Schokolade und Kakaoprodukten findet. Mit dabei war auch das Fair Trade-Siegel. Aber was verbirgt sich genau hinter dem Dreiklang von Sozialem, Ökonomie und Ökologie?

Die Fair Trade-Standards

Den Rahmen für die Fair Trade-Standards bilden die drei Eckpfeiler Soziales, Ökonomie und Ökologie. Sie spiegeln eine bestimme Auffassung von fairem Handel wieder und alle Produzenten, deren Produkte mit dem Fair Trade-Siegel versehen werden, müssen diese Standards einhalten. Was sich hinter diesen drei großen Begriffen verbirgt ist nicht willkürlich, sondern von der Fairtrade Labelling Organizations International definiert:

Soziales: Unter dieser Rubrik wird die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Angestellten in Entwicklungsländern nach den Richtlinien der International Labour Organisation (ILO) eingefordert. Diese beinhalten ein Verbot von Diskriminierung am Arbeitsplatz, die Einhaltung von gesetzlichen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften und Versammlungsfreiheit für die Angestellen (z.B. für Tarifverhandlungen). „Soziales“ beinhaltet aber auch Möglichkeiten zur Weiterbildung und das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, die gerade bei der Schokoladenherstellung noch immer ein weit verbreitetes Problem ist.

Ökonomie: Im Bereich Ökonomie ist hervorzuheben, dass Fair Trade die Produzenten dazu verpflichtet den Kleinbauern und Plantagenangestellten einen Mindestlohn oder eine Fair Trade-Prämie auszuzahlen. Sie sind daher nicht vom fragilen Weltmarktpreis für ihre Rohstoffe abhängig. Das erhöht das Einkommen der Angestellten, sodass sie sparen und investieren können, z.B. in Infrastruktur (Straßen, Strom, uvm.) oder eine bessere Bildung und Gesundheitsversorgung. Auf Wunsch müssen die Händler den Bauern eine Vorfinanzierung der Ernte ermöglichen. Die Bauern und Angestellten erhalten durch diese ökonomischen Aspekte finanziellen Spielraum, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern, zur Entwicklung der Region beizutragen und selbst unternehmerisch tätig zu werden.

Ökologie: Der ökologische Aspekt beinhaltet die Reduzierung von agrochemischen Stoffen zur langfristigen Erhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens, aber auch Maßnahmen zum Wasser- und Naturschutz. Dazu gehört auch, dass die Produktion von Bio-Produkten gefördert und nur gentechnikfreies Saatgut zugelassen wird. Die Biodiversität soll erhalten und gefördert werden.

Das Fairtrade-Siegel

Das Fairtrade-Siegel

Fair Trade und Schokolade

Fair Trade-Kakao wird fast ausschließlich von Kleinbauern produziert, die in demokratisch strukturierten Genossenschaften organisiert sind. Sowohl Produzenten als auch die Kakaohändler müssen die Fair Trade-Standards einhalten und Kontrollen der FLO zulassen.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 304 Tonnen Fair Trade-Kakao verkauft, was 4% mehr waren als im Jahr 2009. Fast drei Viertel des Kakaos waren zusätzlich biozertifiziert. Bei der fertigen Schokolade sieht es dagegen etwas anders aus. Zwar wurden 2012 ganze 796 Tonnen verkauft. Allerdings waren dies 30% weniger als im Jahr 2011! Knapp über die Hälfte der fairen Schokolade in Deutschland trägt zusätzlich ein Bio-Label.

Für die Schweiz sind keine separaten Zahlen für Kakao und Schokolade verfügbar. 2012 betrug der Absatz von fairer Schokolade und Kakao bei den Eidgenossen 1519 Tonnen. Seit 2006 verzeichnet die Schweiz in diesem Bereich einen stetigen Zuwachs, mit einem starken Anstieg seit 2010. Der Anteil biozertifizierter Fair Trade-Schokolade liegt bei 30% und ist daher deutlich geringer als in Deutschland. Im gesamten Schweizer Schokoladen-Markt hat die Fair Trade-Schokolade einen Anteil von 2,5%. Alles in allem war der Absatz fair gehandelten Kakaos und Schokolade in der kleinen Schweiz im vergangenen Jahr trotzdem größer als in Deutschland.

In Österreich stieg der Absatz von fair gehandelten Süßwaren auf über 900 Tonnen. Dieser Zuwachs hält schon seit 2008 an. Im vergangenen Jahr wurde ein Zuwachs von 32% erreicht. Die Zahlen für Österreich beziehen sich aber leider auf alle Süßwaren, inklusive Schokolade. Ein genauer Vergleich ist daher schwierig. Auf jeden Fall wurden deutlich weniger fair gehandelte Schokolade und Kakao verkauft, als in der Schweiz.

Welche Sorten gibt es?

Im gesamten deutschsprachigen Raum sind Fair Trade-Produkte auf dem Vormarsch – auch bei Kakao und Schokolade! Trotz allem zeigt der Umsatzrückgang fairer Schokolade in Deutschland, dass Fair Trade noch weit davon entfernt ist, selbstverständlich zu sein. Und das, obwohl es mittlerweile schon viele Fair Trade-Schokoladen gibt, die wesentlich billiger sind als Markenschokolade, bei der oftmals weniger Wert auf faire Produktionsbedingungen gelegt wird.

Eines steht auf jeden Fall fest: Fair Trade gibt sich reichlich Mühe, praktische und wertvolle Informationen über faire Schokolade zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise kann man für jedes deutschsprachige Land online nachsehen, welche Schokoladen das Fair Trade-Siegel tragen. Eine Übersicht fairer Schokolade findet man für Deutschland hier, für die Schweiz hier und für Österreich hier. Auf der deutschen Seite werden Kakao und Schokolade getrennt aufgeführt. Die faire Schokolade findet man unter der Rubrik „Süßwaren“.

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