Fair gehandelte Produkte immer beliebter

Kunden legen Wert auf Fairtrade und Co. (Bild: ottogroup.com)

Kunden legen Wert auf Fairtrade und Co. (Bild: ottogroup.com)

Erstmals gibt es in Deutschland eine Mehrheit an Kunden, die häufig ethisch korrekt hergestellte Produkte kauft. Das ist die Kernaussage einer repräsentativen Studie der Otto Group zum Thema „Lebensqualität – Konsumethik zwischen persönlichem Vorteil und sozialer Verantwortung“.

Langsam aber sicher setzt sich ein neues Bewusstsein beim Lebensmittelkauf durch. So geben 97 Prozent der Befragten an, ein Unternehmen könne ihre Lebensqualität verbessern, indem es Wert darauf legt, die eigenen Mitarbeiter fair zu behandeln. Gleiches sagen 93 Prozent über das Anbieten von ethisch korrekt hergestellten Produkten. Die starke Korrelation zwischen eigener und fremder Lebensqualität zeigt, wie wichtig fair produzierte Lebensmittel für das Wohlbefinden des Kunden geworden sind.

Ein weiterer Aspekt der Studie stützt diese Theorie. So gaben 60 Prozent an, ethisch korrekte Produkte für die Verbesserung der eigenen Lebensqualität zu kaufen. 83 Prozent tun das aber, um die Lebensqualität anderer zu verbessern. Deutsche Käufer wollen die Welt ein kleines Stück fairer machen – allerdings nur in der Theorie. Denn die Studie zeigt auch, dass die Bereitschaft, mehr für Bio- und Fairtrade-Produkte auszugeben erstmals abnimmt.

Fair geht vor (Bild: ottgroup.com)

Fair geht vor (Bild: ottgroup.com)

„Doppelmoral“ mag der Zyniker nicht zu unrecht einwenden. Aber wenn man beachtet, dass vor vier Jahren gerade einmal jeder Vierte regelmäßig bio unf fair gehandelte Produkte gekauft hat, ist die Entwicklung dennoch positiv. Zumal immer noch 77 Prozent mehr für Bio-Produkte ausgeben würden. Außerdem muss in Betracht gezogen werden, dass mittlerweile schon mehr Geld für ethisch korrekte Lebensmittel ausgegeben wird. Fast die Hälfte der Studienteilnehmer gibt an, mehr für solche Lebensmittel als noch vor ein bis zwei Jahren auszugeben. Trotzdem finden 40 Prozent, dass die Preise für Fairtrade-Produkte für ihr Budget zu hoch sind. In Bezug auf Schokolade besteht für diese Minderheit aber Hoffnung. Offenbar will Fairtrade die Bedinungen für Fairtrade-Schokolade lockern.

Medien und NGOs als Hoffnungsträger

Um das Thema ethischer Konsum stärker voranzutreiben, setzen die Befragten erstmals am wenigsten auf die Wirtschaft. Als Impulsgeber sehen die Befragten vor allem den Einzelnen in der Pflicht. Aber auch aus der Politik soll das Thema für die Menschen attraktiver gemacht werden. Auch in Medien und NGOs setzen die Studienteilnehmer Hoffnung. Hier ist der Zuwachs im Vergleich zu den letzten Jahren am stärksten. Zwar hat das Vertrauen in die Wirtschaft als Impulsgeber im Vergleich zum Vorjahr nicht abgenommen, aber trotzdem landet sie im Vergleich doch auf dem letzten Platz.

Die komplette Studie gibt es hier.

 

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