Welternährungstag: Was hat Schokolade mit dem Welthunger zu tun?

Welternährungstag: Was hat Schokolade mit dem Welthunger zu tun?

Regionale Verteilung der weltweiten Unterernährung 2011-2013 (Grafik: FAO)

Regionale Verteilung der weltweiten Unterernährung 2011-2013 (Grafik: FAO)

Der heutige Welternährungstag soll uns in Erinnerung rufen, dass etwa eine Milliarde Menschen weltweit Hunger leiden. Der aktuelle Welthungerbericht gibt aber Grund zur Hoffnung: Wachsende Einkommen lassen den Hunger sinken. Darauf haben wir auch beim Schokoladenkauf Einfluss.

Am 16. Oktober 1945 wurde die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) gegründet. Daraufhin wurde der 16. Oktober zum Welternährungstag – auch Welthungertag genannt – ernannt. In Kooperation mit dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (International Fund for Agricultural Development, IFAD) und dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (UN World Food Programme, WFP) soll sie die Ernährungssituation weltweit verbessern.

Welthunger sinkt durch steigende Einkommen

Seit 1996 veröffentlichen diese drei UN-Institutionen regelmäßig einen gemeinsamen Bericht (The State of Food Insecurity in the World, SOFI) zur aktuellen Entwicklung des Welthungers. Der aktuelle Welthungerbericht (1. Oktober 2013) geht für die Jahre 2011 bis 2013 von 842 Millionen hungernden Menschen aus. Das bedeutet zwar einen Rückgang der Hungerleidenden, aber immer noch leiden knapp eine Milliarde Menschen an Unterernährung. Einige Regionen, darunter Teile Süd-Ost-Asiens und Südamerikas, haben sogar eine negative Entwicklung erlitten. Dort gibt es zunehmend mehr Menschen, die sich nicht genug Nahrung leisten können.

Auch in den übrigen Regionen gibt es Gewinner und Verlierer. Als einen Hauptgrund für den Rückgang des Welthungers gibt der Bericht wachsende Einkommen an. Sie ermöglichen den Menschen den Kauf von Nahrungsmitteln. Doch nicht alle Bevölkerungsteile konnten ihre Einkommen steigern. Auch Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensumstände der Armen, zum Beispiel im Bildungssystem oder der Gesundheitsversorgung, tragen zur Ernährungssicherheit bei.

Faire Einkommen für Kakaobauern

In vielen Regionen sind vor allem arme Bauern von Hunger betroffen. Auf dem Weltmarkt erhalten sie geringe Preise für ihre Agrargüter und sind von enormen Preisschwankungen betroffen. Auch beim Kakaohandel sind diese Probleme weitgehend bekannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten, ist es beim Kakao für die Konsumenten aber relativ leicht, ein faires Produkt zu kaufen und damit die Situation der Kakaobauern zu verbessern.

Das Fair Trade-Siegel

Das Fair Trade-Siegel

Öko-Test hat für das Jahrbuch 2014 unter anderem geprüft, welche Schokoladen-Anbieter fair gehandelten Kakao einsetzen. Das Ergebnis: Gerade ein Drittel der getesteten Produkte wurden als „fair“ eingestuft. Alle anderen Produkte fielen in die Kategorien „unfair“ oder „überwiegend unfair“ – darunter auch zwei Bio-Schokoladen. Das Ergebnis zeigt, dass es beim Kakao noch viel Spielraum für Verbesserungen gibt. Wer beim Schokoladenkauf auf das original Fair Trade-Siegel achtet, fördert nicht nur die faire Bezahlung von Kakaobauern sondern auch Projekte, welche die Lebensumstände der gesamten Kollektive verbessern. Damit setzt Fair Trade genau bei den Punkten an, die im Welthungerbericht 2013 angesprochen werden.

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