Diese Schoko-Männer wurden von Greenpeace getestet. (Bild: Greenpeace / Georg Mayer)

Greenpeace testet Schoko-Nikoläuse auf Nachhaltigkeit

Diese Schoko-Männer wurden von Greenpeace getestet. (Bild: Greenpeace / Georg Mayer)

Diese Schoko-Männer wurden von Greenpeace getestet. (Bild: Greenpeace / Georg Mayer)

Am Freitag ist schon Nikolaustag. Dafür werden neben Nüssen, Mandarinen und Orangen auch wieder jede Menge Schoko-Nikoläuse gekauft und in Strümpfen versteckt. Wer bei den Produkten auf Nachhaltigkeit achten will, sollte sich den aktuellen Test von Greenpeace ansehen.

Zur Weihnachtszeit ist das Angebot an saisonalen Schokoladen-Produkten so groß, dass selten nach den Produktionsbedingungen, sondern meistens nach dem Aussehen der Produkte entschieden wird. Wer hat auch schon die Zeit alle angebotenen Schoko-Nikoläuse auf Nachhaltigkeit zu untersuchen, bevor man einen kauft? Wem gerade in der besinnlichen Weihnachtszeit, in der wir uns alle lieb haben, auch die nachhaltige Produktion seiner Weihnachtsschokolade wichtig ist, dem hat Greenpeace nun ein Stück Arbeit abgenommen. Greenpeace Österreich hat gemeinsam mit Südwind, dem Verein für Konsumenteninformation und der Gewerkschaft PRO-GE 23 Schoko-Nikoläuse auf Nachhaltigkeit getestet. Die meisten der Produkte stehen auch in Deutschland und der Schweiz in den Regalen.

Nur 3 von 23 Schoko-Nikoläusen durchweg „gut“

Um es für uns Kunden einfach zu halten, hat sich Greenpeace auf drei Aspekte beschränkt und sie in einem übersichtlichen Ampelsystem ausgewertet. Bewertet wurden die Schoko-Nikoläuse in Hinsicht auf ökologische, soziale und Tierschutz-Aspekte. In allen drei Rubriken konnten die Produkte als gut (grün), kritisch (geld) oder ungenügend (rot) bewertet werden.

Anhand dieser Kriterien haben es gerade einmal drei Produkte geschafft, eine durchweg gute Bewertung zu erhalten. Die Testsieger sind der EZA-Bio Schoko-Nikolaus aus Vollmilchschokolade, der Schönenberger Bio-Weihnachtsmann mit Geschenksack und die Zotter-Tafel „Für Brave“. Die Sieger sind allesamt Bio-Produkte mit FairTrade-Zertifizierung. Alle anderen Produkte konnten in mindestens einem Aspekt kein „gut“ erhalten. Auffallend ist, dass die Produkten der großen Hersteller wie Lindt, Ferrero, Nestlé und Milka in keinem Aspekt die Bestbewertung erhielten. Als besonders problematisch stellen sich bei vielen Herstellern die sozialen und Tierschutz-Aspekte heraus.

Wer sich die vollständigen Testergebnisse ansehen will, findet auf der Website von Greenpeace Österreich die übersichtliche Ampelbewertung und weitere detailierte Informationen zu den Bewertungen.

Identifizierte Probleme und die Kriterien der Tester

In der Rubrik Ökologie wurde keine einzige rote Bewertung abgegeben. Trotzdem gibt es auch hier Probleme. Das Hauptproblem ist, dass es bei vielen Produkten nicht auszuschließen ist, dass Milch von Kühen in die Schokolade gelangt, die mit gentechnisch verändertem Futtermittel genährt werden. Für diese Intransparenz gab es bei vielen Produkten einen Abzug im Bereich Ökologie.

Ein größeres Problem stellt für die Tester der Tierschutz dar. Die Milch für zahlreiche Schoko-Nikoläuse stammt aus konventioneller Tierhaltung, in der die Tiere oftmals fast ausschließlich in Ställen gehalten werden. Produkte mit Milch aus Bio-Landwirtschaft wurden aus diesem Grund im Bereich Tierschutz besser bewertet.

Hauptsorgenkind ist jedoch der soziale Bereich. Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“: „Es stimmt nachdenklich, wenn man bedenkt, dass der Anlass der Geschenke zum Heiligen Nikolaus und auch zu Weihnachten dem Wohl der Kinder gewidmet ist und bei vielen der Produkte die Ausbeutung von Kindern in den Hauptherkunftsländern von Kakao nicht ausgeschlossen werden kann.“ Aber nicht nur Kinderarbeit ist hier problematisch. Auf vielen Plantagen werden den Arbeitern Hungerlöhne (oder gar keine Löhne) bezahlt, es existiert kein Mitspracherecht in Form von Betriebsräten und viele große Konzerne zahlen in den Produktionsländern keine Steuern. Hier betonen die Tester, dass „bio“ nicht gleich „fair“ ist. Nur die drei Testsieger konnten beide Zertifizierungen aufweisen.

 

 

Print Friendly, PDF & Email