Ritter Sport erringt erneut Sieg gegen Stiftung Warentest

Nuss-Schokolade im Fokus (Bild: Flickr / adactio)

Nuss-Schokolade im Fokus (Bild: Flickr / adactio)

Erfolg für Ritter Sport: Der Waldenbucher Schokoladenehrsteller hat vor Gericht durchgesetzt, dass eine zuvor erreichte einstweilige Verfügung bestand hat. Stiftung Warentest darf künftig weiterhin nicht behaupten, die Nussschokolade von Ritter Sport enthalte ein künstlich hergestelltes Aroma. Allerdings kündigte Stiftung Warentest an, in Berufung gehen zu wollen.

Nach dem umstrittenen Test von Stiftung Warentest (wir berichteten) war nicht nur das Entsetzen bei Ritter Sport groß, sondern auch das mediale Echo. Streitpunkt: das Aroma Piperonal. Es erfüllt in der Nussschokolade die Funktion von Vanillelaroma und rundet laut Ritter Sport den Geschmack ab. Laut Stiftung Warentest handelt es sich dabei um ein künstliches Aroma. Die Produktbezeichnung „natürliches Aroma“ sei demzufolge irreführend. Die Konsequenz war ein Mangelhaft (5,0)  für die Nussschokolade von Ritter Sport.

Ritter Sport behauptete dagegen, dass das Aroma auf natürliche Weise gewonnen wurde. Man berief sich auf eine Garantieerklärung des Aromaherstellers Symrise. Tatsächlich lässt sich Piperonal auch natürlich gewinnen. Das stritt auch Stiftung Warentest nicht ab. Uneinigkeit herrschte dagegen über die Frage, ob derart große Mengen, wie sie für die Herstellung nötig sind, auf natürliche Weise gewonnen werden können. Symrise behauptete ebenfalls, dass das Aroma rein natürlich gewonnen werde, weigerte sich aber, das Verfahren der Herstellung aus Wettbewerbsgründen zu nennen. Laut Branchenverband SG Network ist das natürliche Aroma etwa 30 Mal so teuer wie die künstliche Variante.

Noch im selben Monat erreichte Ritter Sport eine einstweilige Verfügung gegen Stiftung Warentest vor dem Landgericht München. Stiftung Warentest legte umgehend Einspruch ein. Seitdem wird der Streit vor Gericht ausgetragen. Symrise legte eine eidesstattliche Versicherung ab, dass es sich um natürlich gewonnenes Aroma handle. Im Dezember drängte das Landgericht beide Parteien zu einem Vergleich, worauf sich aber weder Ritter Sport noch Stiftung Warentest einließen.

Das Landgericht München bestätigte nun die einstweilige Verfügung. Eine Zuwiderhandlung, sprich die Weiterverbreitung der Behauptung, Ritter Sport verwende künstliche Aromen, hätte ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro zur Folge. Stiftung Warentest kündigte unverzüglich an, in Revision zu gehen.

 

 

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