Das UTZ-Siegel prangt auf dem Nutella-Glas

Rohstoffstandards für Nutella und faire Alternativen

Das UTZ-Siegel prangt auf dem Nutella-Glas

Das UTZ-Siegel prangt auf dem Nutella-Glas

Künstliche Aromastoffe, die als “natürlich” gekennzeichnet werden, Kindersklaven auf Kakaoplantagen: Missstände in der Produktion unserer Süßigkeiten machen in den Medien immer wieder die Runde. Wie sehen die Rohstoffstandards für Nutella aus?

Erst im vergangenen Spätjahr wurden Ritter Sport-Fans geschockt, weil die als “natürlich” deklarierten Aromen in der Voll-Nuss gar nicht natürlich sein sollten. Beinahe gewohnt sind wir dagegen schon Nachrichten über die unmenschlichen Zustände auf Kakaoplantagen, vor allem in Westafrika. Auch Nutella enthält Zutaten, die kritisch hinterfragt werden können und sollten. Ferrero reagiert auf das gesteigerte Interesse der Konsumenten an den Inhaltsstoffen.

Rohstoffstandards für Nutella

In Nutella kommen immer dieselben Zutaten: Zucker, Pflanzenöl (Palmöl), Haselnüsse, Kakao, Milch(-pulver), Sojalethcitin und Vanillin. Auf der Homepage von Nutella führt Ferrero zu jeder einzelnen Zutat auf, wie es um die Rohstoffstandards für Nutella in Deutschland bestellt ist.

Faire Produktion: Vom Thema “fairer Handel” sind in erster Linie die Zutaten Kakao, Haselnüsse und Palmöl betroffen. Der von Ferrero verwendete Kakao ist bereits UTZ-zertifiziert. Auch eine Kooperation mit der Rainforest Alliance besteht. Nach Angaben von Ferrero wurde zusätzlich ein Pilotprojekt mit FairTrade “angestoßen”. Bis 2020 sollen 100 Prozent des verwendeten Kakaos aus nachhaltiger Produktion stammen.

Die Haselnüsse stammen aus der Türkei und Italien. Sie sind nicht zertifiziert, obwohl Haselnüsse aus der Türkei ebenfalls UTZ-zertifiziert werden können. Ferrero beteuert jedoch Programme zu betreiben, um ethische, soziale und ökologische Aspekte der Produktion zu verbessern.

Das Palmöl, das vor allem wegen der exzessive Waldrodung für die Palmölplantagen in der Kritik steht, ist bei Nutella RSPO-zertifiziert. Zudem konnte Ferrero 2013 bei einem Ranking des WWF bezüglich der Nachhaltigkeit des verwendeten Palmöls die maximale Punktzahl – quasi die Bestnote – erhalten.

Gentechnik und Aromen: Gentechnisch veränderte Lebensmittel scheinen bei Ferrero nicht hoch im Kurs zu stehen. Sowohl die Sojabohnen, aus denen das Sojalethcitin gewonnen wird, sowie der Zucker, der für Nutella verwendet wird, sind nicht gentechnisch verändert. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Ferrero-Gruppe sieht zudem vor, generell auf gentechnisch veränderte Lebensmittel zu verzichten. In Anbetracht der bevorstehenden Lockerung des Verbots für gentechnisch veränderte Lebensmittel in der EU bleibt zu hoffen, dass Ferrero an dieser Strategie festhält.

Als Aroma wird Vanillin verwendet. Dieses wird von Ferrero nicht als “natürlich”, sondern als “naturidentisch” bezeichnet.

Regionalität: Beim Zucker setzt Nutella zu 100 Prozent auf Zucker aus Deutschland.

Die Auskünfte über die Herkunft der Milch, beziehungeweise des Milchpulvers, sind im Vergleich zu den übrigen Zutaten eher wage. Unklar bleibt daher auch, ob die Milchkühe mit gentechnisch verändertem Futtermittel gefüttert werden dürfen.

“Faire” Alternativen

Ferrero gibt sich bei den Rohstoffstandards für Nutella sichtlich Mühe. Allerdings bleiben einige Aussagen schwammig und lassen Interpretationen zu. Das ist zum einen bei der Milch der Fall. Aber auch bei den Haselnüssen bleibt unklar, inwieweit sich Ferrero um faire Produktionsbedingungen bemüht. Ebenso ist das “Anstoßen” eines Pilotprojekts mit FairTrade keine präzise Formulierung.

Sofern die eigenen ethischen Standards von Ferrero derzeit nicht erfüllt werden, lohnt sich ein Blick auf die Homepage von FairTrade Deutschland. In der Produktdatenbank lassen sich alle Brotaufstriche finden, die von FairTrade zertifiziert wurden. Dort sind bislang Produkte von drei Herstellern aufgeführt: Brinkers, enerBio und Rewe Bio. Die Produkte der genannten Hersteller tragen nicht nur das FairTrade-Label, sondern auch das Deutsche Bio-Siegel.

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