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Vergiftungsgefahr: Was tun, wenn das Haustier Schokolade gefressen hat?

Spätestens zu Weihnachten steht in jedem Haushalt wieder ein Teller voller Leckereien auf dem Tisch. Das ist für unsere geliebten Vierbeiner, ganz gleich ob Hund oder Katze, umso verlockender. Daher steht dann auch wieder öfter die Frage im Raum: Was tun, wenn der Hund sich den Schokoladen-Nikolaus vom Tisch geklaut und gefressen hat?

Schokolade ist gefährlich für Hund und Katze

Schokolade gehört zu den Süßigkeiten, die für den Menschen durchaus positiv sein können. Enthalten ist beispielsweise Serotonin, das Glückshormon. Wer Schokolade isst, kriegt Glücksgefühle. Das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen.

Bekommen jedoch Hund oder Katze die Nascherei in die Pfoten, kann es zu lebensbedrohlichen Folgen kommen. Nicht nur deshalb, weil die meisten so gierig sind und die ganze Packung mitfressen. Innerhalb der Schokolade befindet sich ein Stoff namens Theobromin. Dieser taucht vornehmlich innerhalb von Kakaobohnen auf, aber auch in deren Hülle. Bei der Schokolade heißt es: Je dunkler diese ist, desto mehr Theobromin ist enthalten.

Es wurden unlängst Geschehnisse dokumentiert, in denen Hobbygärtner in ihrem Garten eine Garten-Einstreu ausgelegt hatten, die Anteile der Kakaobohnen-Hülle enthielt und von Hunden, sowie Katzen gefressen wurde. Angelockt wurden sie durch den unwiderstehlichen Duft der Einstreu. Ähnliche Fälle gab es bei Rindern und anderen Nutztieren, deren Futter mit Nebenprodukten der Kakaoherstellung gespickt war.

Symptome einer Schokoladenvergiftung

Theobromin nimmt Einfluss auf die Neurologie und erhöht den Blutdruck, was zugleich mit einer erhöhten Pulsfrequenz, sowie einer Verengung der Blutgefäße einhergeht. Dadurch, dass die Reizschwelle im Nervensystem herabgesetzt ist, treten Zustände wie

  • Unruhe
  • Zittern
  • Krampfanfälle
  • Erbrechen
  • Durchfall

auf. Bei einer besonders hohen Dosis kommt es zum Atemstillstand, das Tier stirbt an innerer Überhitzung, oder aber einer extremen Herzrhythmusstörung. Je nach Dosierung treten die Symptome auch weniger schlimm auf. Mit den ersten Symptomen ist etwa nach zwei bis vier Stunden nach dem Verzehr zu rechnen. In seltenen Fällen treten sie auch erst bis zu zwölf Stunden später auf.

Ein eindeutiger Hinweis ist übrigens nicht nur ein aufgequollener Bauch, sondern auch ein sehr helles Zahnfleisch. “Diese Vergiftungserscheinung können Halter überprüfen, indem sie für kurze Zeit einen Finger auf das Zahnfleisch des Tieres legen und ihn andrücken.”, berichtet Ben Wolf von Petmeister.de. “Üblicherweise ist dann eine weiße Färbung erkennbar, die bei voller Gesundheit umgehend wieder die typische Fleischfarbe annimmt. Bleibt die Stelle jedoch weiß, könnte eine Vergiftung vorliegen.”

Bei früher Erkennung ist eine Vergiftung behandelbar

Eine Rettung für die betroffenen Tiere gibt es, jedoch muss der Halter schnell handeln. Für gewöhnlich führt der Tierarzt das Erbrechen des Tieres herbei. Ergänzend kommt die Gabe von Aktivkohle hinzu, so dass das restliche Theobromin aus dem Kreislauf verschwindet. In manchen Fällen ist die zusätzliche Gabe von Elektrolyten erforderlich.

Bleibende Schäden verursacht eine solche Vergiftung nicht, sofern das Tier überlebt. Je länger der Halter jedoch mit der Behandlung wartet, desto höher ist auch das Risiko für Folgeschäden.

Daher: Für den Menschen mag Schokolade bis zu einem gewissen Maß sogar gesund sein. Als Nascherei fürs Haustier ist sie jedoch gänzlich ungeeignet.

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